Im August 2018 haben wir neu die Behandlung der Kinder im Spaltzentrum von Patna, das PATNA CLEFT CENTER übernommen.

Patna ist die Hauptstadt des Bundestaates Bihar, im Norden von Indien, einem der ärmsten Bundesländer. Geschätzte 70% der Bevölkerung leben hier unter der Armutsgrenze. Da auch in dieser Region sehr viele Kinder mit Gesichtsmissbildungen geboren werden, wurde dort 2008 am Rajeswar Hospital mit Hilfe der DCKH, Deutsche Ceft Kinderhilfe, ein Spaltzentrum gegründet. Leiter des Projektes und Chefchirurge ist seit Beginn Dr. Uma Shankar, ein gut ausgebildeter, in Patna bekannter Gesichts- und Kieferchirurge. Er setzt sich voll für dieses Zentrum ein und ist ein verlässlicher Partner der DCKH. Seit Bestehen 2008 wurden an diesem Zentrum schon über 4000 Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte operiert! Wie in andern Grossstädten stammen die meisten Spaltkinder aus den Slums der Stadt und aus dem umliegenden, oft sehr rückständigen Land.

Wir übernehmen, wie in den früheren Zentren, alle Kosten für die Behandlung bedürftiger Kinder,
d.h. Operation, Transport zum Spital und zurück, bei Bedarf und soweit möglich Begleitbehandlungen wie Kieferorthopädie, Gehörsanierung, Sprachtherapie. Die sog. „Feldarbeit“, d.h. Die Aufklärung der ländlichen Bevölkerung und die Erfassung aller betroffenen Kinder ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Teams. Auch hier wird anschliessend jedes Kind von einem Angehörigen zur Operation begleitet, dieser hat die Aufgabe Pflege und Verpflegung des Patienten während des gesamten Spitalaufenthaltes bis zur Heimreise zu übernehmen.

Seit 2013 haben wir das damals neu gegründete Zentrum in Mysore und das Spaltzentrum von Coorg unterstützt, beide im Staat Karnataka im südlichen Teil Indiens, nahe der Grossstadt Bangalore. Die beiden einheimischen Chirurgen und Leiter haben diese Spitalabteilungen zu gut funktionierenden Einheiten ausgebaut, sodass das Interesse anderer Spender diese zu unterstützen, gestiegen ist. Es ist unsern indischen Partnern von ABMSS (Akila Bharatha Mahila Seva Samaja) gelungen die Finanzierung dieser Zentren durch einheimische Sponsoren sicherzustellen, dies nicht zuletzt dank eines neuen Gesetzes in Indien, das Grosskonzerne zu Investitionen in Hilfsprojekten verpflichtet.

Was im Süden Indiens möglich ist, lässt sich nicht auf die Region von Patna übertragen. Hier finden sich kaum grosse, international tätige Konzerne. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns aus den bisherigen Projekten in Mysore und Coorg, deren Finanzierung jetzt gesichert ist, zurückzuziehen und dafür die Finanzierung aller Spaltkinderbehandlungen in Patna zu übernehmen. Wir haben bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem neuen Team beginnen können. Es erfüllt uns mit Zufriedenheit, dass die im Süden begonnene Arbeit jetzt in indische Hände übergegeben werden konnte, entspricht dies doch einem asgesprochenen Ziel all unserer Bemühungen.